|
|
|
firmengründung im
ausland,limited gründen,englische limited gründen,zyprische
limited,dubai firmengründung,firmengründung schweiz,offshore
gesellschaft gründen,insolvenz,konkurs

Steuerberatung-Buchhaltung,Jahresabschluss und Bilanz: Konten und
Kontensystem
Themen:
Konten und Buchung
Kontensystem
Bevor sie in die Bilanz oder Gewinn-
und Verlustrechnung einfließen, werden im laufenden Geschäftsverkehr
die Finanzen eines Unternehmens auf Konten erfasst. Ein Konto ist eine
Tabelle mit zwei Spalten: Einer Soll- (S) und einer Habenseite (H).
- „Soll“ ist immer links,
„Haben“ ist immer rechts:
Früher, als die Konten noch in
gebundenen Büchern geführt wurden, verwendete man zur
Kontendarstellung das so genannte T-Konto. Die Darstellung ähnelt dem
Buchstaben T. Heute hat das Konto ein anderes Aussehen, aber immer
noch die Darstellung mit Soll und Haben. Die Wörter „Soll“ und „Haben“
sind dabei ohne inhaltliche Bedeutung und historisch bedingt! Es geht
also nicht um „etwas haben“ oder „etwas, das sein soll“. Besonders der
Begriff „Haben“ wird oft falsch verstanden. Er bedeutet nicht
„Besitzen“. Tatsächlich ist er aus der Funktion des Lieferantenkontos
zu erklären. Auf der rechten Seite dieses Kontos wurden nach dem
Prinzip „Wir HABEN zu bezahlen!“ der entsprechende Geldbetrag
eingetragen. Auf der linken Seite des Kundenkontos wurde eingetragen
„Der Kunde SOLL bezahlen!“ – deshalb also „Soll“ als linke Seite eines
Kontos.
Der Buchhalter unterscheidet
Bestandskonten und Erfolgskonten:
- Bestandskonten
nehmen Bestände an Gütern und Geld auf, also erfolgsneutrale
Zustände.
- aktive Bestandskonten
halten das Vermögen fest. Alle finanziellen Mittel, die einem
Unternehmen zur Verfügung stehen, sind in einer bestimmten Form
vorhanden: Z. B. als Grundstücke, Maschinen, Vorräte und Bargeld,
aber auch als Forderungen oder immaterielle Vermögensgegenstände
wie Lizenzen. Auf den Aktivkonten wird also die Kapitalverwendung
aufgezeichnet. Die Zugänge werden im Soll, die Abgänge im Haben
gebucht.
- passive Bestandskonten
erfassen die Verbindlichkeiten oder „Schulden“. Das Vermögen eines
Unternehmens wird aus Mitteln der Eigentümer und Gläubiger
gebildet: Z. B. der Gesellschafter, Aktionäre, Banken oder
Lieferanten. Die Passivkonten zeichnen also die Herkunft des
Eigen- und des Fremdkapitals auf. Die Zugänge werden im Haben, die
Abgänge im Soll gebucht.
- Erfolgskonten nehmen
erfolgswirksame Vorgänge auf. Erfolg ist in der Buchführung
ein neutraler Begriff und bezeichnet sowohl Gewinn als auch Verlust.
- Aufwandskonten werden
verwendet, um die Minderung des Eigenkapitals festzuhalten.
Aufwand bedeutet „Werteverzehr“, also z. B. den Verbrauch von
Material, Personalkosten, Zinsen oder Abschreibungen. Die Zahlung
einer Lieferantenrechnung ist dagegen kein Aufwand, sondern der
Abgang einer Verbindlichkeit. Aufwand wird immer im Soll gebucht.
- Ertragskonten werden mit
„Wertzuflüssen“ bebucht, die das Eigenkapital erhöhen. Die
wichtigste Ertragsart in einem Unternehmen sind in der Regel die
Umsatzerlöse. Die Zahlung eines Kunden ist dagegen kein Ertrag,
sondern der Abgang einer Forderung. Erträge werden immer im
Haben gebucht.
Die Konten sind in einer systematischen
Reihenfolge angeordnet (Kontenplan). Die modernen Systeme, die sich
nach einem der empfohlenen Kontenrahmen richten, entsprechen der
Bilanzgliederung. Die Konten tragen Nummern, die sofort erkennen
lassen, wie sie in das Bilanzsystem eingeordnet sind.
Buchungssatz
Eine einfache Buchung betrifft zwei
Konten, jeweils eine Buchung im Soll, eine zweite im Haben. Auf jedem
Beleg wird vermerkt, wie gebucht wird. Das erfolgt in Form eines
Buchungssatzes. Zuerst wird das Konto genannt, auf dem die Sollbuchung
vorgenommen wird. Dann folgt das Wörtchen „an“ und darauf das Konto,
das die Habenbuchung aufnimmt. Ein Beispiel dazu: Ein Einkauf von
Rohstoffen auf Ziel erhält den Buchungssatz
- Rohstoffe an
Verbindlichkeiten
Zusammengesetzte Buchungssätze können
eine Vielzahl von Konten ansprechen. Die Summen aller Buchungen im
Soll und im Haben müssen aber übereinstimmen. Sind die Summen
unterschiedlich, ist der Buchungssatz unvollständig (er „geht nicht
auf“), und eine Verbuchung ist zumindest in EDV-gestützten
Buchführungssystemen unmöglich.
Buchungssystem
Man unterscheidet sechs
Grundsituationen:
erfolgsneutral:
- Aktivtausch: Ein Aktivkonto
wird um einen Betrag gemehrt, ein anderes um den gleichen Betrag
gemindert.
- Beispiel: Ein Kunde bezahlt eine
Rechnung.
- Buchungssatz: „Bankkonto“ an
„Forderungen“.
- Passivtausch: Ein Passivkonto
wird um einen Betrag gemehrt, ein anderes um den gleichen Betrag
gemindert.
- Beispiel: Eine Lieferantenschuld
wird in ein langfristiges Darlehen umgewandelt.
- Buchungssatz: „Verbindlichkeiten
a. L. L.“ an „Darlehen“.
- Aktiv-Passiv-Mehrung
(Bilanzverlängerung): Aktiv und Passivseite werden um den gleichen
Betrag erhöht.
- Beispiel: Rohstoffe werden „auf
Ziel“ gekauft, d. h. die Rechnung wird nicht sofort bezahlt.
- Buchungssatz: „Rohstoffe“ und
„Vorsteuer“ an „Verbindlichkeiten a. L. L.“.
- Aktiv-Passiv-Minderung
(Bilanzverkürzung): Aktiv und Passivseite werden um den gleichen
Betrag gemindert.
- Beispiel: Eine Lieferantenrechnung
wird bezahlt.
- Buchungssatz: „Verbindlichkeiten
a. L. L.“ an „Bankkonto“.
erfolgswirksam:
- Positive Erfolgswirksamkeit:
1 Bestands- und 1 Ertragskonto angesprochen; => Gewinn
- Beispiel: Eine Kundenrechnung wird
fakturiert.
- Buchungssatz: „Forderungen“ an
„Umsatzerlöse“.
- Negative Erfolgswirksamkeit:
1 Bestands- und 1 Aufwandskonto angesprochen; => Verlust
- Beispiel: Büromaterial wird
eingekauft und bar bezahlt.
- Buchungssatz: „Büromaterial“ an
„Kasse“.
Das Ziehen von Salden
Der Bestand auf den einzelnen Konten
wird durch das Ziehen von Salden ermittelt. Das erfolgt, indem beide
Seiten (Soll und Haben) eines Kontos addiert werden. Von der wertmäßig
größeren Seite wird der Wert der kleineren Seite abgezogen. Macht die
Sollseite den größeren Wert aus, so ist das ein Sollsaldo. Wenn die
Habenseite überwiegt, so ist das ein Habensaldo.
Diese Definition ist notwendig, da in
der Buchführung traditionell die Arbeit mit absoluten Werten gelehrt
wird. In der Praxis ist es einfacher: Da Sollbuchungen immer als
Positiv-Werte und Habenbuchungen als Negativ-Werte erfasst werden, ist
ein Saldo schlicht die Summe aller Einzelposten eines Kontos:
| Soll |
Haben |
| 100 |
-50 |
| |
-30 |
| Summe Soll: 100 |
Summe Haben: -80 |
| Saldo: 20 |
Im Geschäftsleben wird während des
Jahres mindestens monatlich einmal eine Saldenliste aufgestellt, da
sie dem Unternehmer den Stand seiner Konten, praktisch also eine
Zwischenbilanz zeigt. Nach der Addition zeigt die Gleichheit der Summe
aller Salden in Soll und Haben, dass beim Eintragen Soll und Haben
nicht verwechselt wurden und keine Zahlendreher vorgekommen sind (zwei
Fehler, die sich rechnerisch aufheben, sind äußerst selten).
[
]
Journal (Grundbuch)
Im Journal (übersetzt: Tagebuch) werden
alle Geschäftsvorfälle chronologisch (zeitlich) mit laufender Nummer,
Datum, Betrag, Verweis auf den Beleg, Erläuterung und Kontierung
(Sollkonto, Habenkonto) erfasst. Die Funktion des Journals geht von
folgendem Prinzip aus: Alle Geschäftsfälle müssen sich sowohl
chronologisch verfolgen lassen als auch den einzelnen Bilanzpositionen
zugeordnet werden können. Die chronologische Ordnung wird dadurch
gewährleistet, dass alle Buchungssätze dem Datum nach im Journal
aufgezeichnet werden. Es ist das Grundbuch der Buchführung.
Gleichzeitig ist das Journal die Buchungsanweisung für die Übertragung
der Buchungen aus dem Grundbuch in das Hauptbuch.
]
Hauptbuch
Als Hauptbuch wird das Kontenwerk mit
seiner sachlichen Untersetzung und Bewegung durch Geschäftsfälle der
einzelnen Bilanzpositionen bezeichnet. Im Hauptbuch (auch:
Kontenblätter) werden alle Buchungen des Grundbuchs auf den in den
Buchungssätzen genannten Konten eingetragen. Die Konten werden am
Anfang eines jeden Geschäftsjahres mit den Endbeständen des Vorjahres
(z. B. Bankbestand) eröffnet und mit Abschlussbuchungen zur
Schlussbilanz zusammengeführt.
Durch die Aufzeichnungen im Hauptbuch
wird also die sachliche Ordnung der einzelnen Geschäftsvorfälle
vorgenommen.
Für das Buchen selbst gilt die Regel:
Zuerst Eintragung im Grundbuch (Journal), dann Buchung auf dem Konto
(im Hauptbuch).
Früher waren Grundbuch und Hauptbuch
tatsächlich gebundene Bücher.
[]
Nebenbücher
Des Weiteren gibt es diverse
Nebenbücher, die bestimmte Hauptbuchkonten erläutern. Dazu zählen
z. B.
- das Kontokorrent- oder
Geschäftsfreundebuch (enthält Verbindlichkeiten und Forderungen bei
Lieferanten (Kreditoren) und Kunden (Debitoren))
- das Lagerbuch (enthält Zu- und
Abgänge des Warenlagers)
- das Lohn- und Gehaltsbuch (enthält
die Abrechnungen der Arbeitsentgelte)
- das Anlagebuch (enthält die
Gegenstände des Anlagevermögens)
- das Bankbuch und das Kassenbuch
(enthalten den Zahlungsmittelbestand)
- das Rechnungsausgangsbuch (enthält
die Fakturierung)
[
Der Jahresabschluss
Grundlegende Vorschriften zum
Jahresabschluss sind in § 242 HGB enthalten:
- (1) Der Kaufmann hat zu Beginn
seines Handelsgewerbes und für den Schluss eines jeden
Geschäftsjahres einen das Verhältnis seines Vermögens und seiner
Schulden darstellenden Abschluss (Eröffnungsbilanz, Bilanz)
aufzustellen. Auf die Eröffnungsbilanz sind die für den
Jahresabschluss geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden,
soweit sie sich auf die Bilanz beziehen.
- (2) Er hat für den Schluss eines
jeden Geschäftsjahres eine Gegenüberstellung der Aufwendungen und
Erträge des Geschäftsjahres (Gewinn- und Verlustrechnung)
aufzustellen.
- (3) Die Bilanz und die Gewinn- und
Verlustrechnung bilden den Jahresabschluss.
Schritte beim Jahresabschluss
- Durch Inventur (Erfassung aller
Bestände) ist das Inventar zu ermitteln und schriftlich
niederzulegen. Damit ist die Höhe aller Vermögenswerte und Schulden
festgestellt. Eventuelle Differenzen zu den Salden auf den Konten
sind zu klären und durch Buchungen (mit Eigenbelegen untersetzt) zu
bereinigen.
- Dann sind die Erfolgskonten über das
Gewinn- und Verlustkonto abzuschließen. Für die Aufwandskonten
lautet der Buchungssatz „Gewinn- und Verlustkonto an Aufwandskonto”.
Der Buchungssatz für den Abschluss von Erlöskonten lautet
„Erlöskonto an Gewinn- und Verlustkonto”.
- Das Gewinn- und Verlustkonto ist
über das Eigenkapitalkonto abzuschließen. Wenn der Ertrag größer war
als der Aufwand (Gewinn), lautet der Buchungssatz „Gewinn- und
Verlustkonto an Eigenkapital”.
- Danach sind alle Bestandskonten
(Aktiv- und Passivkonten) mit dem Schlussbilanzkonto abzuschließen.
- Das Schlussbilanzkonto enthält die
Werte für die Jahresabschluss-Bilanz. Die Angaben sind in die
gesetzlich vorgeschriebene Form zu bringen.
- Das Gewinn- und Verlust-Konto
enthält die Werte der Gewinn- und Verlustrechnung. Auch hier muss
auf dieser Grundlage die gesetzlich vorgeschriebene Übersicht
erstellt werden.
|